08.08.23 - 30 lange Stunden bis nach Durban
Tja,
aus dem halb fünf in den Bus Steigen wurde nix. Bis fünf wartete ich alleine
und wusste gar nicht, was los ist. Gestern gab es eine Straßensperre in Knysna,
etwa 50km von hier entfernt, wo niemand durch kam. Ich machte mich auf die
Suche nach weiteren Mitfahrern und wurde auch fündig. Eine nette Frau in meinem
Alter und noch ein Typ. Sie hatte eine SMS bekommen, dass sich der Bus drei
Stunden verspäten würde. Grund sind die schon seit Tagen anhaltenden Streiks der
Taxifahrer in Kapstadt. Das ging wohl recht friedlich los, steigerte sich dann
aber wohl extrem. Auch die Uberfahrer dort hatten mir schon davon berichtet.
Doch
leider blieb es nicht bei den drei Stunden. Zu uns gesellte sich ein Mann, der
seinen 14-jährigen Sohn vom Bus abholen wollte. Ab jetzt gab es quasi einen
Livebericht aus dem Bus. Und der saß in Knysna fest, da die Streikenden schon
wieder die Straße blockiert hatten. Das ist dort wohl ein Nadelöhr und nur eine
Straße führt in die Stadt rein und wieder raus. Es dauerte und dauerte und
wurde wohl auch immer aggressiver. Unser Bus wurde sogar mit Steinen beworfen!
Muss wirklich heftig gewesen sein.
Wir
saßen weiter vor der Tankstelle, es wurde auch immer frischer. Ich zog ein paar
weitere Schichten an und wir zogen in ein geschütztes Eckchen um und später
sogar noch in die Tankstelle. Es kamen nur Busse aus der Gegenrichtung, die
auch erstmal hier strandeten. Irgendwann kam die Nachricht, der Bus wäre durch,
die Sperre weg. Und endlich, um zwölf, als die Tanke gerade dicht machte, kam
er angefahren.
Innen
war die Luft genauso zum Schneiden wie im letzten. Wir konnten auch nicht
direkt weiterfahren, erst ging es zur Polizei, wo die Fahrer ihren Bericht
abgaben. Um halb eins waren wir endlich unterwegs, acht Stunden zu spät.
Schlafen konnte ich nicht so recht, der Typ neben mir meinte, ihm gehört nicht
nur die Armlehne, sondern auch der Bereich auf meiner Seite daneben. Immerhin
ging irgendwann die Lüftung an und ich packte sogar den Schlafsack aus.
Um
fünf wurden wir in Port Elizabeth alle aus dem Bus geschmissen und in einem
anderen umgeladen. Das war aber kein Doppeldecker sondern ein normaler,
folglich passten nicht alle rein. Irgendwie wurde sortiert und ein Teil in einen
Kleinbus verfrachtet. Aber bis wir wieder fuhren, verging locker die nächste
halbe Stunde. Ich quetschte nun neben einer stark adipösen Frau, die einfach
nicht auf nur einen Sitz passte. Warum ist auch klar, Regal was sie isst, es
ist fett und wird mit der 2l Colaflasche runter gespült. Im Laufe des Tages gab
es drei Tüten aus dem KFC…
Einige
Stunden später waren wir in East London, wo wieder ein Teil der Mitfahrer in
einen anderen Bus umgeladen wurde. Dadurch mussten wir zwar nicht überall
halten, aber beschleunigt hat sich auch nix, die Aktion dauerte. Außerdem
konnte man sich hier mit ungesunden Sachen eindecken. Das einzig fleischfreie
gesunde waren Bananen und Äpfel, eingeschweißt! Die kaufte auch nur ich, der
Rest versorgte sich mit Fastfood oder Chips. Die haben hier echt ein Problem
und das macht sich optisch bemerkbar. In meinem Bus ist bestimmt die Hälfte
stark übergewichtig.
Die
nächsten Stunden vegetierte ich so vor mich hin. Eigentlich hieß es, wir fahren
durch bis Kokstad, aber denkste, ständig wurde irgendwo gehalten und jemand
ausgeladen und natürlich gab es auch noch Stopps für die Verpflegung. Um fünf
waren wir durch Kokstad durch und es wäre ein Ende in Sicht gewesen, als wir
eine Vollbremsung machten und es krachte… Zum Glück nur ein kleiner
Blechschaden vorne unter dem Licht, ansonsten kamen alle mit dem Schrecken
davon. Aber das hieß umkehren, eine halbe Stunde zurück in die Stadt und mal
wieder zur Polizei. Daneben war aber ein KFC, Glück für meine Mitreisenden. Um
sieben fuhren wir dann wieder, endlich, und nach einigen weiteren Stunden, in
denen ich echt nicht mehr wusste, wie ich sitzen sollte, waren wir kurz nach 11
in Durban. War ich froh aus dem Bus auszusteigen.
Ein
Uber war schnell gefunden und wenige Minuten später war ich an meinem Hostel,
dem Aweh Africa Backpackers. Das ist jetzt nicht so der Knaller, obwohl online
ziemlich gut bewertet, aber das war mir gerade völlig egal. Ist auch nur für
eine Nacht. Ich duschte und ging schlafen.



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