07.04.23 - Olympischer Dreikampf

Das mit den Weintrinken gestern Abend stellte sich als gar nicht so einfach heraus. Der Korken steckte fest und ich hatte keinen Korkenzieher. Wusstet ihr, dass man Wein direkt durch den Korken trinken kann? Hat was von Nuckelflasche, aber es funktioniert.

Heute früh wachte ich gegen 7 Uhr auf, blieb noch eine halbe Stunde liegen und machte mich dann abmarschbereit. Ich packte meine Sachen ins Auto und lief zu den Ausgrabungsstätten. Um 8 war ich dort, ich war die erste! Genial und nicht mal was los, ich war wirklich zunächst komplett allein!


Zunächst einmal lief ich am Tempel des Zeus vorbei zum Stadion. Ein bisschen Gänsehautatmosphäre war das schon für den Sportlehrer in mir, hier durch den Torbogen in das fast 3000 Jahre alte Stadion zu laufen. Auch wenn das eigentlich gar nicht so viel zu bieten hat. Ich setzte mich zunächst auf ein paar Steine und frühstückte eine Kleinigkeit. Da kamen auch schon zwei andere Deutsche, die ich bei ihrem 192,27m-Lauf filmte. Meine Sportart ist eine andere, deshalb gibt es hier mal wieder die obligatorischen Fotos.

Danach schlenderte ich durch die weiteren Ausgrabungsstätten. Hier gibt es eine ziemlich geniale App, bei der man ein 3D-Bild wie es früher aussah in die Realität einbauen kann. Echt ganz witzig, außerdem gab es noch einige Informationen dazu.



Zeustempel früher und heute.



Statue der Siegesgöttin Nike - früher und ein bisschen heute

Während ich durch die Gegend schlenderte kamen immer mehr Busladungen Touristen. Trotzdem fand ich es ziemlich ruhig. Gegen 10 hatte ich alles gesehen und schlenderte zur zweiten Disziplin, dem Archäologischen Museum. Hier war ich wie nicht anders zu erwarten recht schnell durch.

Dritte Disziplin meines heutigen Dreikampfs war dann das Olympische Museum. Mein persönliches Museumshighlight, gab es doch viele Informationen zum Antiken Olympia und dem Ablauf der Spiele. Wusstet ihr, dass die meisten Athleten nackt und geölt angetreten sind? Muss beim Ringen besonders spaßig gewesen sein!


Gegen 11 hatte ich dann wirklich alles gesehen, lief zum Auto und startete in Richtung Delphi. Nach einer knappen halben Stunde hielt ich aber an einem kleinen Café, ich hatte mich bewusst für eines außerhalb der Touristenmeilen entschieden. Mit Koffein versorgt ging es dann weiter Richtung Norden. Ich fuhr wieder quer durchs Landesinnere und nicht entlang der größeren Straße außenrum. Auch hier war es landschaftlich wieder sehr schön, im Norden der Peleponnes gibt es richtig hohe Berge, auf denen immer noch Schnee liegt. Hier kann man im Winter sogar Skifahren.

Schließlich kam ich in Patras an, der Stadt, von der eine große moderne Brücke zum restlichen Festland hinüberführt. Gut 13€ kostet die, die Fähre nur die Hälfte. Ich entschied mich für die Fähre, nicht nur wegen des Preises, sondern vor allem, weil man von dort aus die Brücke sehen kann. 

Übrigens Funfact, den ich gestern von meinem Host erfahren habe: die Straßen Griechenlands gehören den Franzosen, die haben in der Wirtschaftskrise für angeblich 99 Jahre die Rechte daran gekauft, das heißt, die Mautgebühren fließen nach Frankreich! Aus demselben Grund wird hier auch nirgendswo geblitzt, auch wenn überall Blitzer stehen. Denn die Einnahmen davon würden ebenfalls nach Frankreich gehen. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen hier sind eh sehr sonderbar. Streckenweise stehen überhaupt keine, dann wieder auf freier Strecke steht 50er oder 60er-Schild. Völlig sinnfrei. Hält sich aber eh keiner daran.


Ich fuhr also ganz entspannt mit der Fähre über die Meerenge, genoss die Aussicht auf die Brücke und die Tatsache, zwischendurch einmal nicht selbst fahren zu müssen.

Am Festland angekommen ging es auf einer sehr gut ausgebauten Straße nach Galaxidis, einem kleinen Örtchen am Meer. Hier machte ich nochmal einen kurzen Stopp, inzwischen war es schon halb 4.

Ich schlenderte einmal kurz durch den Ort, dann wollte ich noch einen Kaffee trinken. Cafés gab es genug, dummerweise lagen alle am Wasser im Schatten. Außer einem auf der anderen Seite des kleinen Hafens.



Ich genoss den Cappuccino und die gute Aussicht, bevor ich mich auf die letzten 30 Kilometer nach Delphi machte. Hierhin geht es nochmal richtig steil bergauf. War mir gar nicht bewusst, dass Delphi so hoch liegt, aber die Aussicht ist gigantisch. Der nette Hotelbesitzer hat mir extra ein Zimmer mit Meerblick gegeben, scheint eh nicht viel los zu sein.


Ich richtete mich kurz ein, dann lief ich noch einmal durch den Ort. Mein Magen knurrte, also suchte ich mir ein schönes Plätzchen zum Essen. Heute gab es Tzatziki und gefüllte Paprikas und Tomaten, sehr lecker.

Gut gestärkt lief ich zurück zu meinem Hotel, setzte mich auf meinem Balkon und zutzelte die letzten Reste aus meiner Weinflasche. Dann wurde es aber recht kühl und ich ging nach drinnen, duschte und warf mich aufs Bett. Hier liege ich nun, Fotos sind gesichert, der Blog ist halbwegs fertig und der Flug für morgen ist auch eingecheckt.

Morgen früh schaue ich mir dann die Ausgrabungsstätten hier an, lasse mir vom Orakel eine tolle Zukunft vorhersagen und fahre dann zurück nach Athen. Mein Flug geht um halb 5, sollte zeitlich eigentlich alles ganz gut hinhauen. Der nächsten Blog gibt es dann definitiv von Zypern! 

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