Heute morgen war ich um Viertel 8 wach und ausgeschlafen, der Wecker sollte um halb klingeln. Ich machte mich fertig und startete ohne Kaffee, denn ich wollte pünktlich um 8 vor den Toren der Akropolis stehen. Der Plan ging auf, vor mir waren keine zehn Leute und zwei davon mussten wieder umdrehen, weil sie kein Ticket hatten. Zügig ging es nach oben, um das erste Bild des Parthenons zu schießen. Bzw. schießen zu lassen. So menschenleer war das schon eine halbe Stunde später nicht mehr möglich. Manchmal mag ich doch den unfreiwilligen Early Bird in mir, auch wenn das Gefühl an den Pyramiden noch länger anhielt.

Und ich bekam auch noch das Fahnenhissen mit, das hier wohl jeden Tag groß zelebriert wird.
Dann ließ ich mich da oben treiben und genoss das überraschend gute Wetter, bei dem ich sogar die Sonnenbrille zückte. Allerdings wehte auch ein ziemlich kräftiger Wind. Viele rennen hier ja mit Guide rum, aber mir reichten – wie immer – die Infos auf den diversen Schildern und aus dem Lonely Planet. Immerhin weiß ich so ungefähr, woher Athen seinen Namen hat.
Es sollten wohl alle Götter auflaufen, erschienen sind aber nur Poseidon und
Athene. Poseidon erschuf eine – sehr nützliche – Salzwasserquelle auf dem Berg,
Athene einen Olivenbaum. Klar, wer da als Sieger hervorging! Ihr Tempel steht
genau an dieser Stelle und wird von Katzen wie Touristen gleichermaßen
bewundert.
Als ich mich wieder abwärts bewegte, zunächst auf die südlichen Hänge, kamen mir ganze Touristenscharen entgegen. Ich warf einen Blick auf das Odeon-Theater und auch auf das von Dionysos, bevor ich wieder halb hoch und auf der Nordseite runterlief.
Das hier war definitiv eine gepflegte Maine Coon:
Mit einem kurzen Abstecher auf einen weiteren Akropolis-Aussichtspunkt (für Foto 357, grobe Schätzung…) lief ich zur Alten Agoda, also dem alten Marktplatz. Neben der Akropolis die wichtigste antike Stätte hier. Zum Glück waren die Schülerhorden heute ja nicht mein Problem.
Mein heimliches Highlight hier: Socrates und Konfuzius ins Gespräch vertieft.
Dann ging es ein paar Meter bergauf zum Tempel des Hephaistos. Das ist der am besten erhaltene Tempel in ganz Griechenland. Zum Glück kam ich vor der Schulklasse oben an. Als ich dann die Agoda verließ, strömten noch weitere Schülerhorden rein, ich hatte mal wieder gutes Timing bewiesen.
Inzwischen war es fast 11 und ich hatte mir eine Stärkung verdient. So ging es zum nahegelegenen Happy Blender, dem veganen Laden, den ich gestern schon entdeckt hatte, um mein absolutes Lieblingsfrühstück (Mittagessen/Abendessen) zu genießen:
Wer hier regelmäßig liest, weiß, was sich unter Granola, Bananen und Kokos versteckt: Açai!!! Ja, deswegen hatte ich mir das gestern auf der Karte gleich markiert. Gestärkt und glücklich (meinen letzten Açai hatte ich, glaube ich, vor einem Jahr in Amsterdam, ging es dann auf etwas weniger alte Pfade. Zunächst vorbei am Little Kook, ein Café mit ganz besonderer Deko, da kuckt sogar die Giraffe ganz genau hin!
Und dann auf den Spuren einiger Geocaches zu verschiedenen versteckten, aber ziemlich coolen Graffitis. Touristen sah man hier nur noch wenige. Zwischendurch hätte ich auch irgendwo in Südamerika sein können, sehr europäisch ist es hier außerhalb des Zentrums nicht mehr unbedingt. Ach ja, Klopapier darf auch teilweise nicht ins Klo...
Immer wieder checkte ich die Wetterapp, denn eigentlich war heute ja viel Regen gemeldet. Den wollte ich dann bei einem Kaffee irgendwo aussitzen. Ein bisschen kam ich mir daher vor wie bei "Reise nach Jerusalem", da ich ständig Ausschau nach schönen Cafés hielt. Doch das Wetter hielt ziemlich lange. Kurz vor eins war ich gerade in der Nähe des Parlaments, so dass ich schnell zur Wachablösung dort vorbeischaute. Sorry, aber das sieht weltweit gleich bescheuert aus.
Von dort aus ging es dann steil bergauf, ich wollte auf den gut 200m hohen Lykavittos-Hügel. Den Plan mit dem Sonnenuntergang dort hatte ich mir aber inzwischen abgeschminkt. Die Aussicht wollte ich trotzdem haben. Dort hinauf geht auch eine Seilbahn, zu Fuß brauchte ich aber keine Viertelstunde. Die Aussicht ist echt klasse, wenn auch schon ziemlich diesig. Aber das Wetter hielt noch immer, es war nur extrem stürmisch und fast schon kühl dort oben.

Lange blieb ich also nicht dort oben und auf dem Weg Panathenaic Stadion begann es dann (endlich) zu regnen. Ich entdeckte gleich mehrere Optionen und entschied mich für ein kleines Café, wo es dann endlich den ersten Cappuccino des Tages und einen leckeren Muffin gab. Ich blieb bestimmt eine Stunde dort, der Regen wurde aber nicht wirklich weniger. Irgendwann reichte es mir, mit Regenjacke, Schirm und Rucksackhülle ging es weiter zum Stadion. Bei dem Wetter reichte mir aber ein Blick von außen auf das Stadion, in dem die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit stattfanden. Auch wenn seine ältesten Steine bis in die Antike zurückreichen.
Mein Weg führte mich dann genau an einem veganen Tipp aus dem Lonely Planet vorbei, dem Veganaki. Hier werden typisch griechische Gerichte in vegan zubereitet. Ich entschied mich für Pastizio, einen griechischen Nudelauflauf mit Bechamel und "Käse" obendrauf, Fake-Hack und einem leckeren Hauch von Zimt. Das muss ich zu Hause auch mal machen!
Von dort aus ging es mit ein paar wenigen Abschlusscaches zurück zum Hostel. War dann auch schon 7, als ich dort ankam und Gipsy zeigte gut 20km an! So fühlten sich meine Füße auch an. Ich chillte kurz auf dem Bett, sicherte und sichtete die Fotos, dann gings nochmal nach unten zum Blog schreiben. Inzwischen ist es halb 9. Jetzt müssen noch einige Caches geloggt werden, dann gehts in die Dusche und mit Kindle ins Bett.
Morgen hole ich am Flughafen meinen Mietwagen und dann geht's auf die Peleponnes.
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